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Seitenbandriss und hinteres Kreuzband

Ein Innenbandriss (MCL) betrifft das mediale Seitenband an der Innenseite des Knies, das eine zentrale Rolle für die Stabilität des Gelenks spielt. Diese Verletzung tritt häufig bei sportlichen Aktivitäten auf und entsteht meist durch einen Druck von außen auf das Knie. Je nach Ausmaß wird sie in drei Schweregrade eingeteilt: Grad I (Teilriss), Grad II (nahezu vollständiger Riss) und Grad III (vollständiger, funktionsloser Riss). Während leichte Verletzungen meist konservativ behandelt werden können, erfordern schwere oder kombinierte Bandverletzungen – insbesondere in Verbindung mit Kreuzbandrissen – oft eine operative Rekonstruktion oder Verstärkung des MCL, um langfristige Instabilität zu vermeiden.

Moderne MCL-Operationen nutzen minimal-invasive oder offene Techniken mit körpereigenen Sehnen (z. B. Gracilissehne) oder Spendersehnen. Neue Operationsmethoden ermöglichen eine frühzeitige Mobilisation des Knies und reduzieren das Risiko postoperativer Steifheit. Eine präzise Diagnostik mittels klinischer Untersuchung, Belastungsröntgen und hochauflösendem MRT ist für die optimale Therapieplanung essenziell.

Das laterale Seitenband (LCL) stabilisiert das Knie auf der Außenseite und verhindert ein Aufklappen nach außen. Leichte Verletzungen können konservativ behandelt werden, doch vollständige LCL-Risse führen meist zu einer deutlichen Instabilität und machen eine operative Rekonstruktion notwendig. Die Diagnose erfolgt vor allem klinisch und durch Varus-Stress-Röntgen, da MRTs bei chronischen Verletzungen weniger zuverlässig sind.

Besonders komplex sind Verletzungen der posterolateralen Ecke des Knies, die mehrere stabilisierende Strukturen umfassen. Bei schweren (Grad-III-)Verletzungen wird eine operative Rekonstruktion empfohlen, idealerweise innerhalb von drei Wochen nach dem Trauma. Die Operation erfolgt offen und ersetzt die geschädigten Strukturen mit Eigen- oder Spendersehnen. Ziel aller operativen Maßnahmen ist die Wiederherstellung der Kniegelenksstabilität, die Vermeidung von Folgeschäden und der langfristige Erhalt der Gelenkfunktion.

Häufig sind bei einer schweren Knieverletzung mehrere Bänder beteiligt. Ein Riss des hinteren Kreuzbandes entsteht häufig bei einem starken Anprall des Kniegelenks (z.B. bei einem Sturz) und führt zu einer Subluxation des Schienbeins nach hinten. In manchen Fällen kann mit einer speziellen Orthese eine Operation vermieden werden. Langfristig ist aber ein gerissenes hinteres Kreuzband ein Risikofaktor für eine vorzeitige Abnützung des Kniegelenks und sollte daher operiert werden. Dank moderner minimal-invasiver Techniken unterscheidet sich die Operation kaum mehr von einer vorderen Kreuzband-OP. Das hintere Kreuzband kann mit körpereigenen Sehnen (Semitendinosus/Gracilis) oder mit Spendersehnen (Allograft) rekonstruiert werden. Die Rekonvaleszenz ist auch ähnlich dem vorderen Kreuzbandersatz, mit guter Prognose hinsichtlich Sportrückkehr.

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