zum Inhalt zur Navigation

Instabile Kniescheibe – Patellaluxation

Eine Patellaluxation beschreibt das Ausrenken der Kniescheibe aus ihrer normalen Gleitrinne, meist nach außen. Häufig tritt sie bei sportlicher Belastung oder durch ein direktes Trauma auf. Anatomische Faktoren wie eine flache Trochlea, Achsfehlstellungen oder schwache Oberschenkelmuskulatur erhöhen das Risiko, ebenso das jüngere Alter und weibliches Geschlecht.

Die Behandlung richtet sich nach Schwere der Verletzung und individuellen Risikofaktoren. Nach einer erstmaligen Luxation ohne knöcherne Schäden erfolgt meist eine konservative Therapie: Reposition der Patella, kurzfristige Stabilisierung mit einer Schiene und anschließende Physiotherapie zur Kräftigung insbesondere des M. vastus medialis und zur Verbesserung der Beinachsenstabilität.

Bei wiederkehrenden Luxationen oder ausgeprägten anatomischen Ursachen kann eine Operation notwendig werden. Zu den wichtigsten Verfahren zählen die Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL), die Dr. Brandl als einer der ersten Chirurgen in Österreich etablierte. Diese Bandrekonstruktion kann entweder mit einer dünnen Beugesehne (Gracilissehne) oder mit einem Teil der Quadrizepssehne erfolgen.

Die Trochleaplastik zur Vertiefung der Gleitrinne sowie die Versetzung der Tuberositas tibiae zur Verbesserung der Patellaführung sind weitere wichtige Operationsverfahren zur langfristigen Stabilisierung der Kniescheibe.

Die Rehabilitation umfasst anfangs eine Orthese und frühe Bewegungsübungen. Alltagsbelastungen sind nach 6–12 Wochen möglich, sportliche Aktivität nach 4–6 Monaten; nach Trochleaplastik kann die Reha bis zu einem Jahr dauern. Während nach konservativer Therapie das Rückfallrisiko erhöht bleibt, ermöglicht eine gezielte Operation meist eine langfristig stabile Kniescheibenführung.

Patellainstabilität