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Osteotomien – Geradestellung

Die Umstellungsosteotomie am Knie ist ein gelenkerhaltendes Verfahren zur Behandlung von X- oder O-Bein-Fehlstellungen, die zu einer einseitigen Überlastung des Gelenkknorpels führen. Durch die gezielte Korrektur der Beinachse wird die Belastung gleichmäßiger verteilt, wodurch Schmerzen reduziert und das Fortschreiten einer Arthrose verlangsamt werden können. Ziel ist es, das eigene Kniegelenk möglichst lange zu erhalten und eine Knieprothese hinauszuzögern.

Geeignet ist die Operation vor allem für jüngere, aktive Patienten mit beginnender oder mittelgradiger einseitiger Arthrose, deutlichen Achsfehlstellungen oder Beschwerden infolge früherer Verletzungen.

Auch bei Instabilitäten kann die Osteotomie sinnvoll sein, etwa wenn eine verstärkte Neigung (sog. Slope) des Tibiaplateaus in Kombination mit einer vorderen Kreuzbandruptur vorliegt und dadurch zusätzliche Belastungen auf das operierte Kreuzband entstehen. Durch eine sog. Slope-Korrektur Osteotomie kann die Stabilität des Kniegelenks deutlich verbessert werden und das Risiko eines neuerlichen Kreuzbandrisses gesenkt werden.

Je nach Fehlstellung wird der Eingriff an Tibia oder Femur durchgeführt. Der Knochen wird durchtrennt, in die neue Achse gebracht und mit Platten sowie Schrauben stabilisiert. Dabei kommen entweder aufklappende (open-wedge) oder zuklappende (closed-wedge) Techniken zum Einsatz.

Die Nachbehandlung umfasst mehrere Wochen Teilbelastung und intensive Physiotherapie zur Wiedererlangung von Kraft und Beweglichkeit. Alltagsaktivitäten sind meist nach zwei bis drei Monaten möglich, gelenkschonender Sport nach drei bis vier Monaten. Die Operation erzielt häufig langfristige Schmerzlinderung und kann eine spätere Knieprothese um viele Jahre verzögern.