Meniskusriss
Wie entsteht ein Meniskusriss?
Es gibt akute Meniskusrisse die beim Sport oder durch eine ungünstige Bewegung passieren und Meniskusrisse, die durch Abnützung entstehen.
Meniskusrisse entstehen häufig durch eine plötzliche Drehbelastung des Kniegelenks, typischerweise im Rahmen einer Sportverletzung. Besonders bei Kontaktsportarten können sie gemeinsam mit einem Riss des vorderen Kreuzbandes und des Innenbandes auftreten – der sogenannten unhappy triad.
Aber auch weniger belastungsintensive Sportarten wie Klettern, Laufen oder Yoga können zu Meniskusverletzungen führen. Bei vielen Patient:innen liegt jedoch eine degenerative Ursache zugrunde: Durch jahrelange Belastung oder Fehlbelastung entstehen Einrisse, die schließlich mechanische Beschwerden auslösen.
Wie macht sich ein Meniskusriss bemerkbar?
Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen, die sich in Ruhe bessern, aber bei erneuter Beanspruchung wieder auftreten. Beschwerden bei Drehbewegungen, beim Springen oder Joggen sind häufig.
In manchen Fällen kommt es zu Schwellung oder Ruheschmerzen. Bei größeren, sogenannten Korbhenkelrissen kann ein Teil des Meniskus einklemmen und eine Blockade („Feststecken“ des Gelenks) verursachen. Dann ist ein operativer Eingriff unvermeidlich.
Welche Optionen gibt es beim Meniskusriss? Meniskus-OP, Arthroskopie
Wenn Beschwerden trotz Physiotherapie und Schonung bestehen bleiben, ist eine Arthroskopie meist die beste Lösung. Dr. Georg Brandl verfügt mit über 5000 Knieoperationen über eine außergewöhnlich hohe Expertise und zählt zu den erfahrensten Meniskus-Chirurgen in Österreich.
Die Operation kann ambulant oder mit kurzer Übernachtung erfolgen. Zwei sehr kleine Hautschnitte reichen aus, um mithilfe einer Mini-Kamera und feinen Instrumenten den Meniskus zu behandeln. Je nach Rissform wird eine Teilentfernung oder – wenn möglich – eine Meniskusnaht durchgeführt. Die MRT-Bilder geben dabei meist schon einen guten Hinweis auf die geeignete Technik.
Nach einer einfachen Teilentfernung darf das Knie üblicherweise sofort voll belastet werden. Nach einer Naht ist hingegen eine Schiene und eine Entlastung mit Krücken über mehrere Wochen notwendig. Die Nachbehandlung plant Dr. Brandl individuell und in enger Abstimmung mit der Physiotherapie.
In ausgewählten Fällen bietet er zudem eine Meniskustransplantation (Meniskusersatz) an – eine hochspezialisierte Option für bestimmte komplexe Situationen.
Arthroskopie/Teilmeniskusentfernung
Die Arthroskopie ist eine Gelenksspiegelung mit HD-Kamera. Hierfür sind lediglich 2 kleine Schnitte für den Eingriff nötig
Hier die Details:
Bei Rissen, die im innersten Bereich des Meniskus liegen, ist es meist erforderlich den gerissenen Anteil zu entfernen. Das liegt einerseits daran, dass der Meniskus dort schlecht durchblutet ist und dadurch eine Naht nicht so gut verheilen kann, andererseits ist das Entfernen kleiner Meniskusanteile für das Kniegelenk meist unproblematisch. Wenn nur geringe Anteile (z.B. Lappenriss) entfernt werden müssen, ist auch nicht mit einem erhöhten Arthrose-Risiko zu rechnen. Dennoch erfordert jede Meniskus-OP auch eine genaue Abklärung in Bezug auf höhergradige Fehlstellungen oder Kniegelenks-Instabilitäten, denn diese müssten für den dauerhaften Erfolg des Eingriffs ebenfalls mitberücksichtigt und gegebenenfalls behandelt werden.
Meniskusnaht
Die Meniskusnaht erfolgt ebenfalls als rein arthroskopischer Eingriff. Hierzu kommen spezielle, minimal-invasive Nahtsysteme zur Anwendung
Hier die Details:
Häufig entstehen Meniskusrisse bei Sportverletzungen z.B. in Kombination mit einem Kreuzbandriss. Diese Meniskusrisse sind typischerweise im äußeren (peripheren) Meniskusbereich, der gut durchblutet ist. Der Erhalt des Meniskus hat gerade bei jungen Patienten hohe Priorität, um die Stabilität und Funktion des Kniegelenks vollständig wiederherzustellen und das Risiko einer späteren Arthrose gering zu halten.
Dank technischer Fortschritte (minimal-invasive Meniskusnaht-Systeme) lassen sich Meniskusrisse heutzutage sehr gut nähen, mit hohen Erfolgschancen. Die Nachbehandlung erfolgt langsamer - mit Knieschiene und Krücken für 4-6 Wochen - und die volle Rückkehr zum Sport kann erst nach 4-6 Monaten erfolgen.
Meniskuswurzelriss (root tear) und Meniskus-Extrusion– eine Sonderform des Meniskusrisses
Ein Riss der Meniskuswurzel führt sofort zu einem kompletten Funktionsverlust des Meniskus. Durch die fehlende Verankerung verliert der Meniskus auch seine Stabilität im Kniegelenk, wodurch es zu einer sog. Meniskus-Extrusion (Anm.: Herausdrängen des Meniskus aus dem Gelenkspalt) kommt.
Da die Wurzel die entscheidende Verankerung am Schienbein bildet, kann der Meniskus ohne sie keine Stoßdämpferfunktion mehr ausüben. Dadurch entstehen rasch Überlastungen des Gelenkknorpels – unbehandelt führt dies in wenigen Jahren zur Arthrose. Eine konservative Therapie ist daher nicht sinnvoll; eine zeitnahe Operation ist entscheidend.
Ursachen eines Meniskuswurzelrisses
Die Meniskuswurzeln fixieren die Meniskusscheiben am Knochen und stabilisieren das Knie unter Belastung. Ein Riss kann:
- traumatisch auftreten, etwa gemeinsam mit einem vorderen Kreuzbandriss
- degenerativ entstehen, häufig bei langjähriger Überbelastung oder altersbedingtem Verschleiß
In beiden Fällen verliert der betroffene Meniskus sofort seine Schutzfunktion für den Knorpel, was zu schneller Degeneration führt.
Symptome
Einige Patient:innen verspüren zu Beginn ein „Schnappen“, häufiger jedoch treten unspezifische Schmerzen an der Knieinnenseite oder im hinteren Gelenksbereich auf. Typisch sind:
- Belastungsschmerzen
- wiederkehrende Schwellungen
- eingeschränkte Belastbarkeit
Auch wenn die Schmerzen nach Wochen nachlassen können, bleibt die schädliche Überlastung des Knorpels bestehen – das Risiko einer raschen Arthrose ist hoch.

Therapie – arthroskopische Refixation und Zentralisation des Meniskus
Die Behandlung erfolgt minimal-invasiv über drei bis vier kleine Zugänge. Der abgerissene Meniskus wird mit stabilen, nicht auflösbaren Nähten wieder an seiner ursprünglichen Knochenverankerung befestigt. Die Fäden werden über einen feinen Bohrkanal im Schienbein fixiert, sodass die Wurzel wieder einheilen und ihre Pufferfunktion übernehmen kann.
In manchen Fällen muss auch die sog. Meniskus-Extrusion behandelt werden, wobei der Meniskus über spezielle Nähte zusätzlich wieder im Gelenkspalt stabilisiert wird, um seine Stoßdämpferfunktion besser erfüllen zu können
Die Nachbehandlung ist deutlich langwieriger als bei „Standard“ -Meniskusoperationen und erfordert etwa 6 Wochen Schonung mit Krücken und Schiene. Sport ist im Regelfall nach ca. 6 Monaten wieder möglich. Durch die operative Wiederverankerung lässt sich das Arthroserisiko deutlich reduzieren.


