

Welches Transplantat eignet sich am besten als Ersatz des gerissenen Kreuzbandes?
Die Wahl des Transplantats (= Band mit dem das Kreuzband ersetzt wird), ist einer der entscheidenden Faktoren in der Kreuzbandchirurgie. Die sog. Kreuzbandplastik - damit ist fachlich die Rekonstruktion des gerissenen Kreuzbandes gemeint - wird typischerweise mit körpereigener Sehne durchgeführt. Der Grund dafür ist die deutlich schnellere und bessere Einheilung des Gewebes, im Gegensatz zu körperfremden Materialien oder Geweben. Historisch wurde aber neben körpereigenem Gewebe auch immer wieder Fremdmaterial bzw. künstliche Kreuzbänder implantiert, die allerdings deutlich schlechtere oder unsichere Ergebnisse zeigten und heute kaum noch eine Rolle spielen.
Eine Möglichkeit ist auch der Ersatz mit Fremdsehnen (=Spendersehnen, sog. Allografts) die grundsätzlich in Revisionsfällen eingesetzt werden, allerdings deutlich länger für die Einteilung benötigen als körpereigene Sehnen.
Hier finden Sie nun eine Auflistung der häufigsten und „besten“ Transplantatoptionen, die alle von Dr. Brandl regelmäßig und bereits seit Jahren mit Erfolg angewendet werden.
Welche Sehne am besten geeignet ist, wird im Rahmen einer Untersuchung und in einem ärztlichen Gespräch und auch abhängig von den jeweilig ausgeübten Sportarten bestimmt - Stichwort individuelle Transplantatwahl - Für manche Patient*Innen steht die Gefahr einer neuerlichen Verletzungen bei intensivem Sport wie z.B. Fußball oder Basketball im Vordergrund, während bei anderen eine möglichst rasche Rekonvalenszenz mit minimaler "Entnahmemorbidität" (= Beschwerden, die im Bereich der Entnahmestelle auftreten und anfangs einschränkend sein können) entscheidend ist, um so rasch wie möglich wieder in den Alltag zurückkehren zu können.
Gerne beraten wir Sie zu den Optionen um die optimale Entscheidung zu treffen!
Kreuzbandrekonstruktion mit körpereigener Sehne
In den meisten Fällen wird das Kreuzband durch eine eigene Sehne ersetzt. Geeignete Transplantate sind:
- Patellarsehne (BTB) – der langjährige Goldstandard besonders für Leistungssportler. Dr. Brandl hat hierfür die innovative BOB(bone-on-bone)-Technik entwickelt, die durch optimalen Knochenkontakt und Wiederauffüllen der Entnahmestellen eine besonders rasche Einheilung mit hervorragender Stabilität, bei gleichzeitig verringertem Entnahmeschmerz bietet. Die Patellasehne ist das Transplantat mit den längsten Erfahrungswerten und geringsten Rerupturraten. (Publikation: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32099773/ )
- Hamstring-Sehnen (Semitendinosussehne) – schonende Entnahme, minimal-invasive Technik ohne komplette „Knochenkanäle“ (sog. „all-inside“-Technik) und ohne Schrauben; auch bei Jugendlichen einsetzbar. Auch hier gibt es bereits sehr gute Langzeit-Erfahrungswerte.
- Quadrizepssehne – Gute Stabilität bei sehr geringer Entnahmemorbidität (=Schmerzen an der Entnahmestelle). Dr. Brandl nutzt diese moderne Technik häufig, mit hervorragenden Ergebnissen. Da der Kreuzbandersatz mit einem Teil der Quadrizepssehne allerdings erst in den letzten Jahren verstärkt angewendet wird, sind hierzu nur wenig Langzeitergebnisse (>10 Jahre) vorhanden.
3. Spendersehnen (Allografts)
Allografts eignen sich besonders für Revisionen oder weniger sportlich aktive Patient:innen. Sie ermöglichen eine schonende Operation, heilen aber etwas langsamer ein; daher bei jungen Athleten weniger empfohlen. Wird meist bei Kombinationsverletzungen verwendet (z.B. mit Innen-, oder Aussenbandrekonstruktion), oder auch beim Ersatz des hinteren Kreuzbandes.


